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21. Dezember 2010
Zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2020

Therapie

 

Dissoziative Störungen & (Psycho)-Therapie

Erst mal ein kleiner Exkurs zum Begriff Psychotherapie.
Die direkte Übersetzung lautet "Behandlung der Seele" und kann genauso genommen werden.
Durch das Erkennen von psychischen Schwierigkeiten, welche Behandlungsbedarf beinhalten, können sehr viele positive Effekte auftreten:
Psychosomatische Symptome können sich lindern, ein balanciertes Eigenerleben der inneren wie äußeren Welt kann erreicht werden, belastende Ereignisse können in einem geschützten Rahmen behandelt werden und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert werden.
Im Moment rede ich hier vom Idealfall einer therapeutischen Arbeit, auf die negativen Aspekte komme ich in einem späteren Zeitpunkt zu sprechen.

Psychotherapie benötigt die direkte Kommunikation zwischen Therapeut und Patient (+/- Angehörige), in der ein gestecktes Ziel versucht wird zu erreichen, wie zum Beispiel: Ich möchte in Stresssituationen nicht mehr cholerisch reagieren.

Dieser therapeutische Kontakt lebt davon, dass die Beziehung zwischen Therapeut & Patient positiv ist (das Bauchgefühl bei den ersten paar Probestunden stimmt fast immer!) und der inneren Bereitschaft des Patienten aktiv an den Problemen / Symptomen zu arbeiten. Begleitend wird oftmals eine medikamentöse Therapie vorgeschlagen, welche sehr unterstützend wirken kann.

Warum sollte ich (wir) eine Therapie in Anspruch nehmen?
Es gibt viele verschiedene Gründe, weshalb besonders bei einer dissoziativen Störung oder der Vermutung einer solchen Symptomatik die professionelle Hilfe von Nöten ist (für die Erklärung der Begriffe bitte Menüpunkt auswählen):
 

  • Es bestehen psychosomatische Schmerzen, welche von einem regulären Arzt (bspw. Allgemeinarzt) nicht diagnostiziert werden könne, oder keine Erleichterung entsteht. Bsp.: Nach einer Flashback-Situation (Bilder von Traumata etc.) entstehen unerträgliche Schmerzen im Unterleib
  • Es existieren Angst & Panikattacken, Phobien oder ähnliches, welche den Alltag massiv beeinträchtigen
  • Wiederkommende Flashback-Situationen verhindern ein ausgeglichenes Emotionsspektrum, oder lassen sich nur sehr schwer wieder verlassen (da bspw. keine "Skills" -Fertigkeiten um aus einer Situation/Denkmuster rauszukommen-erlernt wurden)
  • Zwangsgedanken, oder generelle Gedanken, welche mit niemandem besprochen werden können und negative Gefühle hervorrufen
  • Amnesien, welche sich nicht erklären lassen, "auffinden" an unbekannten Orten oder "Zeitverlust"
  • "Stimmen" im Kopf, unerklärliche Gedankenwandlungen, sowie auftreten von Namen bestimmter Persönlichkeitsanteile etc. welche das Leben erschweren (durch bspw. Fragerei von vermeintlich unbekannten Personen)
  • Gefühlte Überforderung des Alltags, Antriebsarmut, Lustlosigkeit, Erschöpfung über einen längeren Zeitraum
  • Impulsives Verhalten, wie Wutausbrüche / cholerische Anfälle, Aggressionsregulierungs-Unfähigkeit, selbstschädigendes Verhalten (Verletzungen des Körpers, ständig am Limit mit dem Auto fahren etc.)
  • Flashback-Situationen, innere Leere, stundenlanges Starren, sich roboterartig fühlen, depersonalsieren sowie alle veränderten und unangenehmen Gefühls-Wahrnehmungen, welche ungewöhnlich oft oder von langer Dauer sind
  • Suchtverhalten (Alkohol, Liebe, Spielen, Drogen, Essen etc.)
  • Möglichkeit der Konditionierung / Programmierung (siehe Begriffe)
  • Suizidgedanken, Suizidprogramme, das Gefühl "zu einem gewissen Zeitpunkt sterben zu müssen"
  • Verhaltensauffälligkeiten der bspw. eigenen Kinder / Verwandten
  • Das "Wiederfinden" in dissoziativen Symptomen, Diagnostiken oder Erfahrungsberichten, sowie Amnesien der Vergangenheit (bspw. Kindheit)
  • -> Der GENERELLE Wunsch etwas im Leben zu ändern (welches auch die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist)

Natürlich gibt es noch unendlich viele weitere Punkte, ich habe nur zufällig einige hier dargestellt, denn meiner Meinung nach verträgt so ziemlich jeder Mensch eine Psychotherapie, denn die wirklich Kranken sind besonders jene, welche Betroffene dazu "zwang" sich diese Überlebensstrategie "auszuwählen" und somit sehr gesund in einer kranken Umgebung zu agieren.

 

Schattenseiten der Therapie

Natürlich gibt es auch die schwarzen Schafe unter all den Therapeuten, vermeintlichen Heilpraktikern.
Vor allem ist es wichtig, wenn man die typische Anrufaktion auf den ABs der Therapeuten beginnt zu wissen was man will, was im Bereich de möglichen ist und was definitiv nicht geht.
Beispiel: Ich möchte Teile meiner sexualisierte Gewalt bearbeiten um als Ziel eine Verarbeitung zu erreichen. Jedoch ist es wichtig, dass ich (wir) nicht zu viel auf einmal bearbeite oder nur um dieses Thema rede. Ich will definitiv keine Hypnose oder einen männlichen Therapeuten.
Das wäre ein Gedankenansatz, der natürlich ausbaubar ist. Es ist meiner Meinung nach wichtig im Vorfeld für sich zu klären, was man überhaupt möchte, welche Ziele man verfolgt und diese dann mit dem möglichen Therapeuten abzuklären, genauso wie die Therapieform.
Dies kann schon eine Präventivmaßnahme sein um mögliche schwarze Schafe auszusortieren (wenn man bspw. keinerlei Idee hat was es in der Therapie alles gibt oder was man erreichen möchte, können Therapeuten viel "falsch" machen oder "einreden").

Zum Thema Beschwerde bei Psychotherapie habe ich einen Link ausgesucht: Psychotherapie-Netzwerk

Hier ein kleiner Auszug daraus:

1.1. Worüber Sie sich beschweren können

Es gibt viele Fälle, in denen Ratsuchende im Zweifel sind, ob das, was ihnen widerfährt, »normal« und rechtens ist oder nicht. Dies betrifft vor allem:

* Probleme bei der Kostenübernahme durch Krankenkassen und andere Kostenträger
* Vertragsbedingungen, die Ratsuchenden zur Unterschrift vorgelegt werden
* Zweifelhafte finanzielle Forderungen von Seiten der AnbieterInnen
* »Spielregeln«, deren Einhaltung AnbieterInnen verlangen
* »Beziehungsprobleme« während der Therapie
* Ungewöhnliche Vorgehensweisen und Ansinnen während einer Therapie
* Unbefriedigende Verläufe von Psychotherapie und Alternativen
* »Trennungsprobleme« und »Widrigkeiten« bei der Beendigung einer Therapie

Nur in einigen Fällen erwachsen daraus regelrechte Beschwerdeverfahren. Darunter auch einige wenige offenkundig unberechtigte. In vielen Fällen aber haben die schlechten Erfahrungen der KlientInnen keinerlei Konsequenzen,

* weil die Betroffenen sich über ihre Rechte nicht im Klaren sind,
* weil sie den Aufwand (und die Belastungen) einer Beschwerdeführung scheuen,
* weil sie nicht wissen, an wen sie sich in ihrem Fall zwecks Beschwerde wenden sollen.

Generell ist es wichtig, dass immer wieder alle Aspekte hinterfragt werden und man sich selber reflektiert:

Tut mir / uns die Therapie gut?
Stimmt das Bauchgefühl?
Übernehme ich ihre Meinung unwillentlich?
Werden meine Anliegen ernstgenommen?
Fühlt sich etwas "komisch" an?


Es ist wichtig, dass man in der Kommunikation bleibt und eventuelle Probleme schnellstmöglich anspricht. Meistens können daraufhin schon viele Schwierigkeiten beseitigt werden oder man damit checken ob der Therapeut auch der Richtige für einen selber ist.

©Linehme

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